Sie befinden sich hier: Hannover > Allgemeines

Kurze Postgeschichte des Königreichs Hannover

Die Boten der Kaufmannsgilden bildeten den Anfang eines regelmäßigen Postdienstes. Diese Privatposten wurden schon frühzeitig unter den Schutz der regierenden welfischen Herzöge gestellt. Der Fuhrunternehmer Rötger Hinüber aus Hildesheim hatte regelmäßige Botenverbindungen eingerichtet. 1640 wurde ihm der Titel „Braunschweig-Lüneburgischer Postmeister“ verliehen, und er konnte somit seine Postrouten mit Unterstützung der Landesherren ausweiten. Sein Verdienst war es auch, „Fahrende Posten“ eingerichtet zu haben.

 

Die Versuche der Fürsten von Thurn und Taxis, die unter Berufung auf kaiserliche Erlasse ihre Ausschließlichkeit im Postwesen beanspruchten, fanden stärksten Widerstand bei den Herzögen der welfischen Lande. Zur Abwehr gründeten sie eine gemeinsame Lehenspostverwaltung.

 

Die Landesherren der drei welfischen Herzogtümer (Braunschweig-Wolfenbüttel - das spätere Herzogtum Braunschweig, Lüneburg-Celle und Calenberg-Göttingen) übertrugen 1678 dem Venezianer Capellini, genannt „Stechinelli“, das Amt eines „Erbgeneralpostmeisters im Gesamthaus Braunschweig-Lüneburg“ als Lehen; er organisierte das Postwesen. 1682 verkaufte Stechinelli seine Rechte als Erbgeneralpostmeister an den Grafen von Platen, Minister am hannoverschen Hofe.

 

1705 vergrößerte sich das Fürstentum Calenberg-Göttingen durch Erbe um das Fürstentum Lüneburg-Celle, zu dessen Gebiet auch die Grafschaften Diepholz und Hoya, das Land Hadeln und die Region Lauenburg gehörten. Bereits 1636 wurde der Sitz von Calenberg nach Hannover verlegt.

 

1714 bestieg Kurfürst Georg Ludwig als Georg I. den britischen Thron. Die Personalunion bestand bis zum Jahr 1837.

 

1736 erfolgte die Verstaatlichung des Postwesens in Hannover; das Herzogtum Braunschweig schied aus der gemeinsamen Postverwaltung aus.

 

1748 wurde ein Vertrag mit dem Fürsten von Thurn und Taxis geschlossen, in welchem den kaiserlichen Boten verschiedene Durchgangsrouten gestattet wurden.

1755 wurde eine neue Post- und Tax-Ordnung für das 1692 zum Kurfürstentum ernannte

 

1800 erfolgte die Errichtung des General-Post-Direktoriums in Hannover.

 

Während der Besetzung 1806 – 1813 durch napoleonische Truppen übernahmen diese fremden Postverwaltungen (Frankreich, Königreich Westphalen, Großherzogtum Berg) den Postdienst. Nach Abzug der Franzosen wurde das Postwesen weitgehendst ausgedehnt.

1814 wurde Hannover Königreich.

 

Postgeschichtlich Bedeutsames tat sich durch die Herausgabe der ersten Briefmarke des Königreichs Hannover, die am 30. November 1850 an die Postschalter zum Verkauf an das Publikum kamen.

 

1851 trat Hannover dem Deutsch-Österreichischen-Postverein bei.

 

Am 27./28.6.1866 war die Schlacht von Langensalza. Nach der Kapitulation Hannovers annektierte Preußen das Königreich. Zum 1.10.1866 wurden preußische Marken eingeführt und die hannoverschen wurden zum  1.11.1866 außer Kurs gesetzt. Die hannoverschen Post endete mit der Eingliederung zum 1.1.1867 in die preußische Postverwaltung.


Währung: Inland bis 30. September 1858: 1 Taler = 24 Gutegroschen (Ggr.), 1 Ggr. = 12 Gutepfennige (Gpfg.)


Postvereinsverkehr: 1 Taler = 30 Silbergroschen (Sgr.), 1 Sgr. = 12 Silberpfennige (Spfg.)


Ab 1. Oktober 1858: 1 Taler = 30 (neue) Groschen (Gr.), 1 Gr. = 10 (neue) Pfennige